Was Daniel Günther bei Lanz wirklich gesagt hat

vor 6 Monaten

Was Daniel Günther bei Lanz wirklich gesagt hat
Bildquelle: Apollo News

Die Debatten um Daniel Günthers Äußerungen bei Markus Lanz reißen nicht ab. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident selbst und auch Markus Lanz sowie zahlreiche Journalisten und Politiker behaupten inzwischen, dass der CDU-Politiker sich bei Lanz weder für Zensur ausgesprochen noch die Presse- und Meinungsfreiheit infrage gestellt habe. Anderslautende Darstellungen seien Fake News und würden Günthers Aussagen bewusst aus dem Kontext reißen, um gegen ihn Stimmung zu machen.

Die wirklichen Fake News verbreiten allerdings nicht jene, die Günthers fragwürdiges Verständnis von Presse- und Meinungsfreiheit problematisieren, sondern jene, die jetzt mithilfe stark zusammengekürzter Ausschnitte der Sendung den Eindruck erwecken wollen, die Diskussion habe sich in Wahrheit allein um den Schutz von Jugendlichen vor gefährlichen Inhalten in den sozialen Medien gedreht.

Denn mit unvoreingenommenem Blick auf die ungekürzte, vollständige Gesprächspassage ergibt sich ein völlig anderes Bild. Chronologisch rekonstruiert wird deutlich, dass Günthers Fokus – anders als jetzt behauptet wird – nicht auf der bloßen Altersbeschränkung von sozialen Netzwerken lag, sondern ausdrücklich auf der politischen Einschränkung bestimmter Medienportale. Aber von vorn:

Ausgangspunkt der Diskussion in der Lanz-Sendung vor über einer Woche war Günthers Zustimmung zu einem harten Eingriff in die Nutzung sozialer Medien. Auf Lanz’ Frage, ob er „den australischen Weg“ eines Social-Media-Verbots für Jugendliche gut fände, antwortete Günther unmissverständlich: „Absolut. Social-Media-Verbot bis 16, glaube ich. In Deutschland, in Europa. Das muss kommen“, so Lanz und Günther. Unmittelbar anschließend sprach er sich für eine stärkere Regulierung der Tech-Konzerne und eine Digitalabgabe zur Stützung traditioneller Medien aus und erklärte, eine Demokratie funktioniere „nur, wenn diese Institutionen funktionieren“.

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