Warum das Konklave so schnell zu Ende war

vor etwa 1 Jahr

Warum das Konklave so schnell zu Ende war
Bildquelle: Tichys Einblick

Die überraschend schnelle Wahl des neuen Papstes Leo XIV. beim Konklave nach dem Tode von Papst Franziskus soll auch der Verpflegung der Kardinäle im Gästehaus des Vatikans zu verdanken sein. „Die Speisen im Gästehaus waren ein sehr guter Anreiz, das Konklave schnell hinter sich zu bringen“, wird in Medienberichten der New Yorker Kardinal Timothy Dolan zitiert, der dem konservativen Flügel des US-Episkopats angehört. Demnach habe es wenig Fleisch gegeben, einfachen Reis, leichte Saucen, wenig Wein und keine Desserts – „gesundes Essen“, wie es der spartanische Franziskus bevorzugte. Ravioli waren angeblich verboten, weil man in ihnen „geheime Botschaften“ von außerhalb der Mauern des Vatikans verstecken kann, die während des Konklaves verboten sind.

Jahrhundertelang war in den Gemäuern des Vatikans große Küche angesagt. Leo X. (1513-1521) aus dem Hause Medici war berühmt für seine ausschweifenden Bankette, bei denen er oft mehrere tausend Gäste mit extravaganten Speisen beglückte, etwa Papageienzungenpudding. Auch Lerchenzungen galten dereinst als ultimative Delikatesse, nicht nur in Monty Pythons „Das Leben des Brian“.

In den Jahren 1534 bis 1576 wirkte mit Bartolomeo Scappi, dem „Michelangelo der Köche“, einer der berühmtesten Küchenchefs seiner Zeit als päpstlicher Leibkoch im Vatikan. Die von ihm kredenzten Gaumenfreuden hätten dafür gesorgt, so wurde kolportiert, dass das Konklave 1549/1550, das zur Wahl Julius III. führte, mehr als zwei Monate gedauert habe. Die Kardinäle hätten einfach nicht heimreisen wollen.

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