Der ungarische Nationalfeiertag wurde in Budapest an diesem 15. März zu einer machtvollen Demonstration nationaler Geschlossenheit. Während in Westeuropa patriotische Regungen unter Generalverdacht stehen und jede offene Verbundenheit mit Nation, Tradition und Souveränität von Politik und Medien misstrauisch beäugt wird, zogen in Ungarns Hauptstadt wieder Tausende im Békemenet für Viktor Orbán auf die Straße. Mehrere ungarische Medien berichteten übereinstimmend, dass sich der Marsch Richtung Kossuth-Platz bewegte, wo Orbán sprechen sollte.
Schon die Bilder dieses Tages sprechen eine klare Sprache. Das war kein müder Pflichttermin eines ausgezehrten Regierungsapparats. Das war keine künstlich aufgepumpte Kulisse aus NGO-Mobilisierung, Medienkampagne und moralischer Dauerberieselung. Selbst regierungskritische Portale kamen nicht darum herum, die Größe dieses Aufmarsches festzuhalten. 24.hu beschrieb eine Menschenmenge, die sich über lange Teile der Stadt zog. Telex berichtete, dass sich das Programm am Kossuth tér verzögerte, weil noch immer Teilnehmer des Békemenet eintrafen. HVG meldete zahlreiche Busse, mit denen Unterstützer nach Budapest gebracht wurden. Das ist Rückhalt.
Gerade darin liegt die eigentliche Botschaft dieses Tages. Viktor Orbán ist eben nicht der isolierte, von Brüssel und deutschen Leitartiklern seit Jahren herbeigeschriebene Auslaufpolitiker. Er verfügt noch immer über eine reale, sichtbare und mobilisierbare Anhängerschaft. Er kann Menschen auf die Straße bringen, weil viele Ungarn in ihm nicht den Verwalter eines Systems sehen, sondern den politischen Repräsentanten ihres Landes. Während sich anderswo Regierungen nur noch mit Sprachregelungen, Subventionsnetzwerken und moralischem Druck an der Macht halten, zeigt Orbán, dass Politik auch aus Bindung, Loyalität und Überzeugung bestehen kann.
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