Kurz nach 18 Uhr fahren auch die Grünen am Kanzleramt vor. Stockschwarz steht die Nacht über Berlin, als die letzten Ampel-Leute die wenigen Meter am Seiteneingang von ihren Limousinen zu den Türen gehen. Oben links, im siebten Stock ist Licht im Büro von Kanzler Olaf Scholz (SPD), auch der Kabinettsaal eine Etage tiefer ist erleuchtet.
Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt (SPD) und Regierungssprecher Steffen Hebestreit stehen beisammen, auch Scholz Redenschreiber sind vor Ort. Showdown im Kanzleramt. Wird das der letzte Ampel-Abend?
Die Zeichen stehen längst auf Ampel-Aus. Eigentlich hätte an diesem Abend eine Tagung der FDP-Landesschatzmeister in Berlin stattfinden sollen. Doch das Treffen wurde von der Parteispitze kurzfristig abgesagt. „Kümmert euch lieber um die Aufstellung eurer Landeswahllisten“, raunt man den verdutzen Kassenwärtern zu. FDP-Chef Christian Lindner könne jetzt unmöglich noch einen Rückzieher machen, heißt es in der Parteispitze. Der Forderungskatalog seines Wirtschaftspapiers lasse keinen Spielraum für Kompromisse. Selbst wenn SPD und Grüne ihm entgegenkommen sollten, könne er unmöglich noch einmal als Ampel-Bewahrer vor die Öffentlichkeit treten. „Wenn uns noch jemand abnehmen soll, dass wir den Ampel-Irrsinn nicht mitmachen wollen, können wir nicht bis zum letzten Tag mit im Boot sitzen“, heißt es.
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