Deutschland ist erstmals mit einer Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Nach der Niederlage wächst der Druck auf Außenminister Johann Wadephul und Bundeskanzler Friedrich Merz. Kritik kommt nicht nur aus der Opposition, sondern auch aus der SPD.
Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetović, sprach von einem „spürbaren außenpolitischen Rückschlag“. Die Nichtwahl sei „kein Betriebsunfall, sondern ein Warnsignal“, sagte Ahmetović dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Deutschland müsse sich fragen, welche Signale es international ausgesendet habe. „Wer den Anspruch erhebt, Hüter der regelbasierten internationalen Ordnung zu sein, darf beim Völkerrecht keine doppelten Maßstäbe anlegen.“
Noch schärfer griff die SPD-Abgeordnete Isabel Cademartori den außenpolitischen Kurs der Bundesregierung an. Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit habe unter der „Drecksarbeit“-Außenpolitik gelitten, schrieb sie auf X. Damit bezog sie sich auf eine Äußerung von Merz aus dem Juni 2025. Der Kanzler hatte damals über Israels Angriffe auf den Iran gesagt: „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle.“
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