Heute ist der Eintrag ins Kriegstagebuch des Beobachters fällig, die morgendliche Agenturübersicht ohne ein einziges Mal Merz.
Zählsonntag sollte es künftig heißen, nicht Wahlsonntag. Bei dieser Umfrage handle es sich ausdrücklich um keine Prognose handle, gab die ARD zu bedenken, sondern die momentane politische Stimmung. Die Sonntagsfrage messe aktuelle Wahlneigungen, nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittle einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen sei. Rückschlüsse auf den Wahlausgang seien damit nur bedingt möglich.
Landtagswahl Rheinland-Pfalz am 22. März. Dieser Textbaustein aus dem ARD-Setzkasten muss uralt sein oder von der Wirklichkeit ablenken wollen. Den „Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung“, der „erst am Wahlsonntag abgeschlossen“ sein soll, hatten die jedenfalls bereits „abgeschlossen“, die seit 14 Tagen ihre Briefwahlstimmen bereits abgegeben haben. Je nachdem, wie viele per Brief wählen (lassen), messen Umfragen, die jetzt noch erscheinen, immer weniger Meinungsbildungsprozess-Teilnehmer. Zum amtierenden Landtag hatten 2021 amtlich 66 Prozent die Briefwahl der Urnenwahl vorgezogen.
Um viel geht es im „Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung“ in den neun Tagen bis zum Zähltag nicht mehr, folgt man den erklärenden Worten des Instituts: Für drei Viertel aller Befragten (73 Prozent) steht die Wahlentscheidung fest. Jeder achte befragte Wahlberechtigte (12 Prozent) in Rheinland-Pfalz gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Jeder Siebte (15 Prozent) tendiert zur Nichtwahl bzw. lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.
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