Bayerische Spione stolpern durchs Internetz und verraten sich dabei selbst

vor etwa 2 Monaten

Bayerische Spione stolpern durchs Internetz und verraten sich dabei selbst
Bildquelle: Tichys Einblick

Es waren Schlagzeilen, die den Leser das Gruseln lehrten: Mit einer aufwändigen, technisch super-raffinierten Netzwerk-Analyse will das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz Webseiten  enttarnt haben, „die Nachrichten passend zum russischen Narrativ verbreiten“.

Das Landesamt in München, der unerschrockene Wächter über Freiheit und Demokratie, sei Putins gewaltiger Desinfomationskampagne auf der Spur: „Dieses Dokument bietet ergänzend dazu einen vertieften technischen Einblick in die Durchführung der ‚Doppelgänger‘-Kampagne. Das Vorgehen des Akteurs umfasst verschiedene Tätigkeiten wie die Administration der zum Einsatz kommenden Infrastruktur, die Orchestrierung der Kampagne, deren systematische Erstellung und ihre internationale Verteilung.“ Prominent hervorgehoben wurden Tichys Einblick, neben zahlreichen anderen Medien von Focus bis Berliner Zeitung in unterschiedlicher Weise. Diese Medien würden genutzt, „um die Reichweite einzelner Inhalte zu erhöhen, da sie anscheinend grundsätzlich ins russische Narrativ passen“.

Tichys Einblick, bis dato eigentlich als Gegner der russischen Politik bekannt, verbreitet russische Narrative, gewissermaßen als Putins verlängerter Internet-Griffel?

Seither kämpft TE gegen diese Behauptung. Das Ergebnis: Jetzt urteilte das Bayerische Verwaltungsgericht in München, diese Benennung von TE in der „Publikation über die Desinformationskampagne ‚Doppelgänger‘ war rechtswidrig“. Sie habe das „Ansehen“ der Klägerin als Pressemedium „beeinträchtigt“.

Man könnte sich jetzt entspannt zurücklehnen. Lang ist es her, und mit Hilfe unserer Leser hat TE auch diese Kampagne überstanden. Akte zu, Affe tot, möchte man sagen. Nach ersten Protesten hatte das Amt ohnehin seine ursprüngliche Aussage korrigiert; wenn auch verschämt und ohne große Außenwirkung, wohl nach dem Motto: Hat nicht ganz geklappt, aber irgendetwas wird schon hängenbleiben.

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