Kriegswirtschaft materialisiert sich in der Statistik

vor 7 Monaten

Kriegswirtschaft materialisiert sich in der Statistik
Bildquelle: Tichys Einblick

Hat die deutsche Industrie das Tal der Tränen durchschritten? Die Produktionszahlen des Statistischen Bundesamtes für Oktober könnten auf den ersten Blick diesen Eindruck vermitteln. Demnach stieg die Industrieproduktion im Vergleich zum September um 1,8 Prozent – deutlich mehr als die von Reuters befragten Analysten erwartet hatten, die lediglich mit einem Plus von 0,4 Prozent rechneten.

Bereits zuvor war der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe, saison- und kalenderbereinigt, im Oktober um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen.

Doch genau hier liegt der Kern der tatsächlichen Entwicklung verborgen. Der Zuwachs wurde maßgeblich durch einen Großauftrag im Bereich des sonstigen Fahrzeugbaus ermöglicht – in der Regel handelt es sich hierbei um militärische Fahrzeuge. Dieser Sektor legte im Monatsvergleich um bemerkenswerte 87,1 Prozent zu. Von einer konjunkturellen Trendwende zu sprechen, wäre daher eine völlig verfehlte Interpretation der tatsächlichen Lage der deutschen Industrie.

Es ist jetzt nicht mehr zu übersehen: Das gigantische Schuldenpaket der Bundesregierung trifft auf Land und füllt die von der Politik präferierten Auftragsbücher im Bereich der Rüstungsindustrie. In den kommenden Wochen wird man in das seltsame mediale Spannungsverhältnis geraten, in dem auf der einen Seite die Bundesregierung einen Aufschwung feiert, der auf der anderen Seite durch den Kollaps zahlreicher Industriebetriebe mit steigender Arbeitslosigkeit sachlich nicht miteinander in Einklang zu bringen sein wird.

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