Den Golfkrieg verfolgt jeder, die Neuordnung der Welt nur wenige

vor 4 Monaten

Den Golfkrieg verfolgt jeder, die Neuordnung der Welt nur wenige
Bildquelle: Tichys Einblick

Kein Detail ist zu klein, um es nicht im Internet zu verfolgen. So ein Krieg bringt doch eine Story nach der anderen. Ob in der Ukraine oder am Golf. Kommentierer gibt’s zahllose, die Trump sagen, was er falsch macht und unbedingt tun oder unterlassen müsste. Die Reflexe „der Europäer“ sind langweilig überschaubar. Ukraine-Selenskyi ergänzt seine Geldzuschussreisen nach Brüssel mit einer Verkaufstour an Drohnen-Abwehr wie Drohnen-Herstellungs-Knowhow an den Golf. An der Stelle kann Ukraines Militär Kriegsgewinnler sein. Öl- und Gas-Händler sind es auf ihrem Weltbasar. Tanker ändern mehrfach die Kurse, um an den Meistbietenden zu liefern. Steinmeier und Merz empfangen Syriens al-Scharaa, der Kurden, Christen und Aleviten verfolgen lässt. Die Medien nennen Hizbollah, Hamas und Houthis mit Teheran verbündet, wo alle drei in Wahrheit von dort gelenkt und finanziert sind.

Hier zwei Blicke von der Art und Qualität, wie sie in Europa nicht zu finden sind.

Die zentrale These von Zineb Riboua: Im Iran geht es immer um China. Gewiss, sagt sie, der Iran als Nichtverbreitungsproblem von Atomwaffen, als Terrorismus-Spot, als regionaler Störfaktor sind Themen für sich. Wessen Blick hier endet, der blende den Iran als Teil von Chinas großer Strategie aus. Peking habe über viele Jahre und Milliarden von Dollar Iran strukturell ausgebaut. Die Operation Epic Fury sei die erste US-Militäroperation, die diesen Vorteil zu zerstören drohe. Indem die Trump-Regierung Iran direkt angreifte, demontiere sie unbeabsichtigt die Säule der regionalen Machtarchitektur Chinas.

Die Iran-Frage drehte sich nie um den Iran, sagt Zineb Riboua. Entfernt man ihn aus der Gleichung, verliere China seine Bauern im Taiwan-Schach. Mit dem Mullah-Iran bliebe der Nahe Osten Pekings zweite Front, die Washington zugleich niemals verlassen und in der America nicht bleiben könne. Trump scheine zu verstehen, der Weg in den Pazifik führt über Teheran.

Dieser Tage wurde berichtet, Teheran stünde kurz vor dem Abschluss eines Vertrags über chinesische Überschall-Anti-Schiffs-Marschflugkörper, die die im Persischen Golf versammelten US-Flugzeugträger bedrohen können. Zuvor hätten chinesische Lieferanten über 1.000 Tonnen Natriumperchlorat, einen wichtigen Bestandteil von Raketentreibstoffen, in den iranischen Hafen Bandar Abbas geliefert. Diese Menge hätte ausgereicht, um einen erheblichen Teil des ballistischen Raketenarsenals wieder aufzubauen, das Israel eben zwölf Tage lang zerstört hatte.

Es beginnt mit Öl. China kaufte bisher rund 90 Prozent der iranischen Rohölexporte zu stark reduzierten Preisen. Geliefert wurde mit einer Geisterflotte von Tankern, die ihre Transponder abschalten und ihre Ladung als malaysisches oder indonesisches Rohöl deklarieren, um die US-Sanktionen zu umgehen. Seit 2021 überstieg der Gesamtwert dieser Käufe 140 Milliarden US-Dollar. Das sei der Hauptgrund, warum die Islamische Republik nicht bankrott ging. Irans Wirtschaft beruhe mittlerweile auf chinesischem Kapital, und beide wüssten das.

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