Ruchlos hat sich Friedrich Merz mit seinen RambaZamba-Sondervermögen an die SPD rangewanzt. Unter „Infrastruktur“ kann man bekanntlich viel verstehen, gewiss auch das fürsorgliche Alimentieren linker Hilfstruppen. Vergessen wir also die „mutigen“ Fragen nach den staatlichen Mitteln für 551 angebliche Nichtregierungsorganisationen. Man wird das demnächst halt ein wenig anders nennen.
Wer also wird uns demnächst regieren? Worauf dürfen wir uns freuen? Annalena springt nicht mehr – und Lisa Paus („Eine Transfrau ist eine Frau“) wird wohl auch nicht mehr dabei sein. Die SPD aber wird gewiss nicht auf ihre erprobten Kämpferinnen verzichten wollen – dafür wird SPD-Chefin Saskia Esken schon sorgen, die bei den Sondierungsgesprächen stets ganz links außen gesessen hat. Ein politisches Statement? Das bestreitet sie. Sie ist seit ihrer Kindheit wegen einer Hirnhautentzündung auf dem rechten Ohr taub, was auch bedeutet, dass sie die Sirenenklänge aus dem rechtspopulistischen Spektrum nicht hören kann. Es muss nicht immer ein Schiffsmast sein.
Die SPD-Chefin ist nicht sonderlich beliebt, aber hier soll einmal eine Lanze für sie gebrochen werden. Im Unterschied zu den vielen Politikwissenschaftlern, die in horrender Zahl im neuen Bundestag sitzen werden, hat sie das entsprechende Studium abgebrochen und sich mit lebensnahen Tätigkeiten ihren Unterhalt verdient. Sie tingelte als Straßenmusikerin mit der Gitarre in der Hand über die Marktplätze Süddeutschlands, hat in Kneipen gekellnert und Pakete ausgeliefert, sie war Chauffeurin und Schreibkraft an der Uni Stuttgart. Das ist schon was anderes als dreieinhalb Jahre im Callcenter zu sitzen und zu telefonieren. Nimm das, Kevin Kühnert!
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