„Kampagne gegen Stephan Kramer“, „Rechte Medien“, „Verschwörungsgeschichte“. „Alte Vorwürfe“ – am Freitag trat Thüringens Innenminister Georg Maier vor die Medien und brach sein tagelanges Schweigen zur Kramer-Affäre und wetterte sogleich gegen die Apollo News-Recherche. Die Affäre ist dem Minister sichtlich unangenehm. Er und zahlreiche andere Politiker und Journalisten hatten das Thema bislang gekonnt vermieden.
Doch nun, mit einem Untersuchungsausschuss im Landtag, konnte Maier nicht mehr anders. Seine bisherige Strategie des Totschweigens war nicht aufgegangen. Auch in etablierten Medien schlug die Kramer-Affäre am Freitag durch. Welt, Zeit Online, Tagesschau – überall konnte man über die schweren Vorwürfe gegen den Thüringer Verfassungsschutzpräsidenten Stephan J. Kramer lesen.
Doch bis dahin war es ein langer Weg. Auch am Freitag versuchten Maier und andere Thüringer Politiker, die Vorwürfe gegen Kramer kleinzureden. Davor hatten Experten und Aktivisten mit verschiedensten Taktiken versucht, die Affäre zu verschleiern und die fehlende Berichterstattung zu rechtfertigen. Die Vorwürfe gegen die Recherche reichten dabei etwa wie bei Maier von „alles alt“ bis hin zu „Antisemitismus“.
Bereits am Dienstag, einen Tag nach der Veröffentlichung der schweren Vorwürfe gegen Kramer, meldete sich der damalige Ministerpräsident Thüringens, Bodo Ramelow, mit einem dubiosen Beitrag auf X (vormals Twitter) zu Wort. Er nannte die Recherche eine „Schmutzkampagne“ und versuchte es mit einer Tabelle zu untermauern, die Apollo News als ein „dubioses Medium“ mit „rechtslibertärer“ Ausrichtung einordnete.
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