Die kalte Wahrheit von Alaska

vor 11 Monaten

Die kalte Wahrheit von Alaska
Bildquelle: Apollo News

Mit zusammengepressten Lippen tritt Donald Trump auf die Bühne in Anchorage – ganz anders als er sich bei solchen Treffen so gerne gibt. Soeben hat Trump mit Wladimir Putin drei Stunden lang über die Situation in der Ukraine verhandelt – oder vielmehr gesprochen, denn wirklich handfeste Ergebnisse werden an diesem Freitagabend (Ortszeit) nicht bekannt. Nichtmal kleine Schritte wie ein Gefangenenaustausch.

Trump, der für seine energiegeladenen Wahlkampfauftritte, seine explizite Gestik und seine ikonische Mimik bekannt ist, verhält sich an diesem Abend zurückhaltender. Der Präsident wirkt kühl, er spricht nüchtern, klingt dabei fast ein wenig angeschlagen. Und: Nur drei Minuten dauern die Ausführungen des Präsidenten auf der Pressekonferenz nach dem Gipfel in Alaska – dann ist Schluss, Fragen darf niemand stellen.

Es ist ein merkwürdiges Schauspiel an jenem Freitagabend. Hinter Trump und Putin steht eine kühlblaue Wand, auf der die Worte „Pursuing Peace“ (zu Deutsch: „Streben nach Frieden“) in serifenlosen Buchstaben zu lesen sind. Von einem mitgebrachten Zettel in Buchgröße liest der russische Präsident seine vorbereitete Stellungnahme auf Russisch über acht Minuten lang ab – die Hälfte davon nutzt er für historische Reminiszenzen. Die Stellungnahme wirkt so, als sei sie im Wesentlichen schon vor dem Gespräch verfasst worden.

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