Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer sieht weitere, durch staatliche Lenkung zustande kommende finanzielle Erleichterungen angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten kritisch. „Müssen wir den Menschen überhaupt etwas Gutes tun, und ist dafür der Staat zuständig?“, fragt sie im Interview mit der Welt. Weitgehende Strukturreformen angesichts der weiterhin schwächelnden Wirtschaft hält sie für das falsche Signal.
Ihr zufolge sind Rabatte generell kritisch zu sehen. „Wenn wir das ausgleichen wollen, geht das nur durch Umverteilung innerhalb der Gesellschaft“, erklärt Schnitzer. Die Wirtschaftswissenschaftlerin findet: „Der Staat wird uns immer raushauen – da gibt es auch eine falsche Erwartungshaltung in der Gesellschaft, die immer wieder bedient wird.“
Aus diesem Grund lehnt sie auch den Tankrabatt der Bundesregierung nach wie vor ab. „Die wenigsten geraten ans Existenzminimum wegen 30 Euro mehr Spritkosten im Monat“, erklärt Schnitzer. „Die Verbraucher müssten auf eine Preisänderung eigentlich mit einer Verhaltensänderung reagieren und weniger fahren oder langsamer fahren“, fordert die Wirtschaftsweise.
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