Donald Trump ist in den westlichen Gazetten als das personifizierte Böse verschrien. Umso erstaunter war vor allem die deutsche Presse, dass der erste Besuch von Kanzler Merz im Weißen Haus recht gesittet ablief.
Zwar blieb Merz über weite Strecken abgemeldet, weil Trump die meiste Zeit sprach. Aber es hätte doch weitaus schlimmer kommen können. Zur Wahrheit gehört aber, dass das Treffen von Trump und Merz in der amerikanischen Öffentlichkeit eher eine Randnotiz darstellt. Amerikanische Nachrichten sind nicht wie die Tagesschau, in der sich mehr als die Hälfte der Beiträge um Auslandsberichterstattung dreht. In Amerika interessieren sich Medien und Politiker fast ausschließlich für lokale Themen. Im Übrigen wird das Interesse an amerikanischen Themen auch von den ausländischen Staatsgästen erwartet. Für Merz dürfte es ein Leichtes sein, da er jahrelang für einen amerikanischen Vermögensverwalter gearbeitet hat.
Die abendliche Talkrunde bei Illner hat den ersten Besuch von Merz im Weißen Haus als thematischen Schwerpunkt. In der Runde ist man allgemein erleichtert, dass es zu keinem Eklat wie bei Selensky gekommen ist. Größeren Erkenntnisgewinn bringt die Runde allerdings dann auch nicht.
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