Mit schwierigen Partnerschaften kennt man sich im Südwesten aus.
Das Bundesland Baden-Württemberg selbst ist ja eine arrangierte Ehe: Die Alliierten wollten es so, die Badener und die Württemberger wollten es im Prinzip nicht, haben sich letztlich aber in das Unvermeidliche gefügt.
Die Regierung von Grünen und CDU ist jetzt auch keine Liebesheirat – anders als zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen und in Schleswig-Holstein, wo beide Parteien wohl komplett geräuschlos einfach fusionieren könnten, ohne dass es so richtig auffiele.
Aber sie werden miteinander weitermachen. Das ist nach den Hochrechnungen um kurz nach 20.00 Uhr klar:
Grüne 30,4 % CDU 29,4 % AfD 18,6 % SPD 5,6 % FDP 4,4 % „Linke“ 4,3 % Sonstige 7,0 %
Mit anderen Worten:
Manuel Hagel wirkt wie der Musterschüler von Klassenlehrer Friedrich Merz.
Im Wahlkampf hat er seinen Ziehvater weitgehend kopiert: Voller Fokus auf die Wirtschaft – ansonsten hat er auf irgendwie auffällige oder gar spektakuläre politische Botschaften verzichtet. Das machte ihn blass. Auch da hat er sich an Merz orientiert.
Auch bei der Bundestagswahl hat die CDU letztlich schlechter abgeschnitten, als die Prognosen es vorhergesagt hatten – und, als der Parteivorsitzende es versprach. Es stellt sich schon die Frage: Kann die Union mit Friedrich Merz knappe Wahlen gewinnen? Ist der Bundeskanzler für seine Partei ein Zugpferd – oder eher ein Klotz am Bein?
Cem Özdemir wirkt immer noch wie ein großer Junge. Aber der Mann ist mittlerweile 60 Jahre alt. Und er bemüht sich nach Kräften, nahtlos die Melodie weiterzuspielen, die Winfried Kretschmann 15 Jahre lang säuselte: Das Land ist wichtiger als die Partei – und viele lobende Worte für den Koalitionspartner CDU.
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