Ausverkauf der Industrie: Warum ein Chemie-Weltmarktführer an einen chinesischen Investor geht

vor etwa 1 Monat

Ausverkauf der Industrie: Warum ein Chemie-Weltmarktführer an einen chinesischen Investor geht
Bildquelle: Apollo News

Der Ausverkauf der deutschen Wirtschaft ist längst keine düstere Zukunftsvision mehr, sondern Realität: Immer mehr deutsche Unternehmen wechseln in ausländische Hände – insbesondere nach China. Das jüngste Beispiel liefert die Perlon-Gruppe. Besonders schwer wiegt dabei einmal mehr, dass der Hersteller synthetischer Filamente – Kunststofffasern für Papiermaschinen, Bürsten und Medizintechnik – in seiner Nische als Weltmarktführer gilt.

Am 1. Oktober 2025 nahm die Entwicklung ihren Lauf. Damals musste das Traditionsunternehmen Insolvenz anmelden. Das Amtsgericht Augsburg eröffnete daraufhin ein Verfahren in Eigenverwaltung. Nun steht fest: Perlon mit seinen sieben Gesellschaften in Deutschland, Polen und China geht an den chinesischen Faserhersteller Wuxi Xingda Nylon. Über den Kaufpreis liegen bislang keine Details vor.

Von den rund 510 Arbeitsplätzen an den drei deutschen Standorten in Bobingen bei Augsburg, im baden-württembergischen Munderkingen und im hessischen Wald-Michelbach sollen etwa 450 erhalten bleiben. Rund 60 Stellen fallen demnach weg. Für die Belegschaft ist der Einstieg des chinesischen Investors damit zwar die deutlich bessere Nachricht als eine Liquidation. Für den Standort Deutschland bedeutet das jedoch erneut den Verlust eines Weltmarktführers.

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