Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner steht unter Druck. Der Senat blockiert seit Monaten detaillierte Auskünfte zu seinem Verhalten am 3. Januar 2026 während des großflächigen Stromausfalls. Parlamentarische Anfragen bleiben weitgehend unbeantwortet.
Am Tag nach dem Blackout hatte Wegner erklärt, er sei den ganzen Tag in seinem Büro gewesen und habe mit der Innensenatorin, der Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf sowie mit Bundeskanzler Friedrich Merz telefoniert. Diese Darstellung hat sich nun als unzutreffend erwiesen. Das Kanzleramt bestätigte am 16. Mai 2026 schriftlich, dass kein Telefonat stattgefunden habe. Auch das angebliche Gespräch mit der Bezirksbürgermeisterin hat es nicht gegeben. Die Senatskanzlei zog die Angabe nach acht Wochen zurück. Übrig bleiben sechs SMS sowie ein einstündiger Tennistermin am Nachmittag.
Der BSW-Abgeordnete Alexander King stellte mehrere schriftliche Anfragen (unter anderem Drucksache 19/24863 vom 13. Januar 2026). Darin forderte er Auskunft über den genauen Tagesablauf Wegners, die Kommunikationsdaten und die rechtliche Grundlage, auf der Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld am 3. Januar die Kontaktaufnahme zur Bundeswehr übernahm. Die Senatskanzlei antwortete ausweichend oder verwies auf bereits gegebene, unvollständige Auskünfte.
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