30. Mai 2024. Ich saß hinter meinem Vater in einem Gerichtssaal in New York. Wir hörten reglos zu, wie die Jury ihr Urteil verlas. »Schuldig«, verkündete sie – insgesamt 34-mal. An diesem Punkt hatten wir schon so lange unter Belagerung gestanden, dass ich nicht überrascht war. Aber das Ergebnis war dennoch surreal. Wie hatte das in den Vereinigten Staaten von Amerika passieren können? Vor dem Gerichtssaal wandte sich mein Vater an die Presse:
»Das war ein abgesprochener, unehrenhafter Prozess. Das wahre Urteil wird am 5. November vom Volk gesprochen.«
Ich hatte gedacht, der sprichwörtliche »Sumpf« wären passiv-aggressive Bürokraten und Leute, die auf Lebenszeit in ein Amt gewählt worden waren. Nervig, aber im Grunde harmlos. Das war eine naive Sichtweise. Sie wollten Blut. Und Amerika konnte es nicht mehr übersehen.
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