Zwei Monate lang hat die Bundesregierung so getan, als könne man hohe Energiepreise wegsubventionieren. Und zwei Monate lang hat sich gezeigt, was jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch schon vorher wusste:
Kann man nicht. Man kann die hohen Preise nur unter viel Steuergeld verstecken.
Vom 1. Mai bis 30. Juni wurden die Energiesteuersätze auf Benzin und Diesel gesenkt; inklusive Mehrwertsteuer ergab das eine Entlastung von rund 17 Cent pro Liter. Das hat den Steuerzahler nach Berechnungen des Bundestags rund 1,6 Milliarden Euro gekostet. Alle Steuerzahler – auch die, die gar kein Auto haben.
Das waren 1,6 Milliarden Euro für zwei Monate Beruhigungspillen.
Jetzt endet der Rabatt. Und wie immer, wenn der Staat meint, die Wirtschaft lenken zu können, kommt die dicke Rechnung am Schluss. Der ADAC erwartet, dass die Tankstellen die wegfallende Steuerentlastung ab dem 1. Juli auf die Preise aufschlagen. Wegen der neuen 12-Uhr-Regel dürfen Preisanhebungen allerdings nicht einfach um Mitternacht erfolgen; der große Preissprung dürfte also erst mittags kommen.
Das ist Deutschland im Jahr 2026: Die Steuer endet um Mitternacht, der Preis springt um zwölf Uhr mittags. Und dann erklärt irgendein Ministerium, man beobachte die Lage sehr genau.
Der Tankrabatt war von Anfang an eine Schnapsidee aus dem politischen Bierzelt. Der Staat senkt für ein paar Wochen eine Steuer, nennt es Entlastung und hofft, dass am Ende der Bürger dankbar an der Zapfsäule salutiert. Aber Benzinpreise entstehen nicht im Kanzleramt. Sie entstehen in Raffinerien, an Großhandelsmärkten, bei Tankstellen, durch Angebot und Nachfrage, durch Wettbewerb, Lagerbestände, Erwartungen – und Steuern.
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