Der Korruptionsskandal um den früheren Staatsanwalt Yashar G. aus Hannover könnte größer sein als bislang bekannt. Nach Informationen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück in einem weiteren Verfahren gegen den heute 40-Jährigen. Der Verdacht: G. soll einem Drogendealer gegen Geld eine mildere Strafe und die Unterbringung in einer Entzugsklinik statt im Gefängnis in Aussicht gestellt haben.
Yashar G. war im Frühjahr vom Landgericht Hannover zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte gestanden, als Maulwurf einer Drogenbande Informationen aus der Justiz weitergegeben zu haben. Damals war von 65.000 Euro Bestechungsgeld die Rede. Schon in der Anklage hieß es allerdings, der bekannte Fall könne nur die „Spitze des Eisbergs“ sein.
Nun geht es um eine deutlich höhere Summe. Laut Ermittlern soll G. von dem Drogendealer Stephan H. zunächst 200.000 Euro verlangt haben. Nach Verhandlungen sollen sich beide auf 160.000 Euro geeinigt haben. Im Gegenzug soll H. einen Strafrabatt sowie einen Therapieplatz bekommen haben. Eine solche Unterbringung nach Paragraf 64 StGB kann dazu führen, dass Verurteilte früher wieder freikommen.
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